Selbstwert

Im Verlauf dieser Website verwies ich bei den Fragen, warum wir uns oft mehr um andere Menschen kümmern als um uns selbst, warum wir uns nicht genug Zeit nehmen für die Nahrungsaufnahme und warum wir es zulassen können, dass minderwertige Nahrungsmittel den Weg in unseren Körper finden darauf, dass wir uns später damit beschäftigen. Nun ist es soweit. Man kann das alles unter dem Begriff der Selbstfürsorge zusammenfassen. Der Grad der Selbstfürsorge wird dadurch bestimmt, wie hoch unser Selbstwert ist. Die spannende Frage lautet also, was unseren Selbstwert positiv oder negativ beeinflusst? Es ist das was wir tief im Inneren grundlegend denken zu sein, die Sicht auf uns selbst, sozusagen wie wir uns selbst bewerten.

Nicht selten und zumeist unbewusst wird uns von klein auf das Gefühl vermittelt, dass wir so wie wir sind, nicht richtig sind. Damit meine ich nicht nur die Eltern, sondern alle Menschen, mit denen wir so in Verbindung kommen. Geschwister, Großeltern, Verwandte, Bekannte, andere Kinder, Erzieher, Lehrer, Lehrausbilder, Vorgesetzte… Man kann ihnen aber auch keinen Vorwurf machen, da auch sie es nicht besser erfahren und somit gelernt haben. Zum Vorteil für unseren Selbstwert ist das allerdings nicht, da wir so sehr schwierig Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten entwickeln können.

Anerkennung, Zuneigung und auch Liebe werden oft an Bedingungen geknüpft und werden uns nur Zuteil, wenn wir so sind, wie man uns haben will. Ich liebe dich, WENN …. Ich liebe dich ABER… Die Anderen und das, was sie über uns denken könnten, sind wichtiger als wir und das, was wir über uns selbst denken, wichtiger als unsere Gefühle, Sehnsüchte, Träume, Wünsche und Bedürfnisse.

Wir haben gelernt, Anerkennung stets im Außen zu suchen anstatt in uns selbst und wurden dazu erzogen, es allen immer recht machen zu wollen. Aber was ist mit uns? Das „was will ich eigentlich und wie fühle ich mich dabei, wenn ich dies oder das tue“ bleibt zumeist gänzlich auf der Strecke. Frust und eine tiefe innere Unzufriedenheit mit uns und unserem Leben sind zu ständigen Begleitern geworden. Um diesen Frust abzubauen oder ein Ventil zu geben, greifen wir oft auf „Genussmittel“ zurück die nicht gerade in Verbindung mit Gesundheit stehen, als wollten wir uns selbst bestrafen. Oft habe ich mitbekommen, wie Kinder aber auch Erwachsene sagten, nachdem sie kritisiert wurden, „immer bin ich schuld“. Es scheint mir fast so als wenn das Gefühl, immer an allem schuld zu sein, so tief in uns verwurzelt ist, als ob es uns quasi in die Wiege gelegt wurde. Diese ständigen Schulgefühle hindern uns ebenfalls massiv daran ein stabiles Selbstwertgefühl aufzubauen.

Was wäre, wenn ich Dir sagen würde, dass Du nicht schuldig und so wie Du bist bereits jetzt genau richtig und absolut liebenswert bist, ohne WENN und ABER. Einfach nur so und ohne irgendeine Leistung vorher erbringen zu müssen.

Ist das nicht ein schöner Gedanke und ein noch viel schöneres Gefühl? Die Last, die abfällt und die Leichtigkeit und Entspannung, die einsetzen, wenn sich dieser Gedanke nach und nach verinnerlicht und dauerhaft Einzug in unsere Einstellung zu uns selbst hält, ist von so großer Bedeutung.

Ich weiß, das klingt alles immer sehr einfach und oft sitzen grundlegende Einstellungen und Annahmen über uns selbst, die uns an Selbstannahme, Selbstakzeptanz und Selbstliebe hindern, sehr tief. Aber genau darum geht es, sich selbst anzunehmen, sich selbst zu akzeptieren und sich selbst zu lieben, so wie man ist. Mache Dir bewusst, dass jede Reise nun einmal mit dem ersten Schritt beginnt, die Reise zu sich selbst, die wichtigste in unserem Leben ist und es nie zu spät ist, sich auf den Weg zu machen.

Ein guter Anfang kann sein, den inneren Kritiker zu beobachten, zu erkennen welche Urteile er ständig über uns selbst fällt und festzustellen, dass es zumeist mit der Realität nichts zu tun hat. Als Kind hatte dazu ein Schlüsselerlebnis, welches ich erst später richtig deuten und damit in Verbindung bringen konnte. Ich habe oft gestaunt und war voller Neid, was manche Leute so alles können. Für mich war das ein unangenehmes und runterziehendes Gefühl, als ob ich nichts kann. Als ob es gestern gewesen wäre, kann ich mich heute noch ganz genau daran erinnern, wie es war, als ich feststellte, dass das überhaupt nicht stimmt. Mir wurde klar, dass die Dinge, in denen andere gut waren, oft für mich überhaupt nicht wichtig waren und ich in Dingen, die für mich wichtig waren durchaus gut war. Als ich mich dann auf das konzentrierte, was ich kann, anstatt auf das, was ich nicht kann, bekam ich mit, wie viel das eigentlich war. Das gab mir einen unglaublichen Schub an Selbstvertrauen.

Wenn Du lernst, dass die negativen Ansichten und Grundannahmen über Dich selbst oft nicht richtig und wenn doch, eigentlich gar nicht so schlimm sind, Du also beginnst zu relativieren, dann kann Dich das mehr und mehr von deinem eigenen Wert überzeugen. Dann wirst Du dir plötzlich wichtig und es wird dir plötzlich wichtig, Dich zuerst liebevoll um Dich selbst zu kümmern, dir Zeit für die Nahrungsaufnahme zu nehmen, herauszufinden, welche Nahrungsmittel gut für Dich sind und vieles mehr. Im Allgemeinen wirst Du Dich dafür interessieren, was Dir gut tut und was nicht. Das hat nichts mit Narzissmus oder Egoismus zu tun, sondern ist gesunde Selbstfürsorge und bedeutet, dass wir die Verantwortung für uns und unser Leben übernehmen. Was für eine Befreiung. 

Die Bücher, die ich im Folgenden vorstelle, sind ganz besondere Schätze für mich, weil ich immer zum richtigen Augenblick zu ihnen gefunden habe. Oder sie zu mir…?

Den entscheidenden Schubs in diese Richtung gab mir der Psychologe und Autor Robert Betz mit seinem Buch „Willst Du normal sein oder glücklich?“. Durch dieses Buch habe ich verstanden, dass Kinder nur eins möchten, dazugehören bzw. geliebt werden. Wenn sie feststellen, dass sie so wie sie sind, nicht so sehr geliebt werden, wie sie es sich wünschen, suchen sie nach Wegen, das dies geschieht und verstellen bzw. passen sich an. Durch diese Anpassung entfernen sie sich immer mehr von sich selbst und somit auch vom Glücklich sein. Das geht im Leben eine Weile gut, aber irgendwann klopfen diese verdrängten Anteile von uns an und wollen wahrgenommen und gefühlt werden.

So kam ich dann mit dem Wort Wesenskern in Verbindung und fand zu Maria Sanchez aus Hamburg. Sie verwendet den Begriff EssentialCore, was als Wesenskern verstanden werden kann. Ihr Buch „Die revolutionäre Kraft des Fühlens – Wie unsere Emotionen uns befreien“, beschreibt auf eine leicht verständliche Weise, was es braucht, um uns auf einer tieferen Ebene begegnen zu können und welche wichtige Rolle unsere Emotionen dabei spielen. Sie beschreibt dort den Prozess der emotionalen Selbstbegleitung, gibt unglaublich wertvolle Tipps und Übungen an die Hand und das in einer sehr verständlichen Schreibweise. Dieses Buch ist eine große Bereicherung.

Und zum Abschluss noch der Klassiker schlecht hin, Eckhart Tolle und sein Buch „JETZT-Die Kraft der Gegenwart“. Eckhard Tolle ist ein wahrer spiritueller Meister unserer Zeit und in diesem Buch beschreibt er so unglaublich leicht und verständlich, wie die Identifikation mit unserem Verstand, unser großes Problem ist und Leid verursacht. Eigentlich soll der Verstand als Werkzeug genutzt werden und nicht die Kontrolle über uns haben, aber so ist es leider bei fast allen Menschen. Die die es schaffen diese Identifikation zu lösen, werden aber mehr und mehr und das ist sehr wichtig für die Entwicklung des Menschen.

Ich wünsche Dir sehr viel Spaß und viele Erkenntnisse beim Lesen.

Falls Du Dich nun fragst, wie ich auf all das komme, ist meine Geschichte möglicherweise interessant für Dich…